Anleitung: Influencervertrag

Vertrag über die Erstellung sowie Veröffentlichung von Content und über Promotionsleistungen (Influencervertrag)

Die Beauftragung von Influencern birgt viele rechtliche Stolperfallen, deren Missachtung zu Streitigkeiten zwischen Auftraggebern, Agenturen und Influencern führen kann. Daher und auch wenn es unangenehm ist, sollten Sie sich noch vor dem Vertragsschluss Gedanken machen, was alles potenziell schief gehen könnte.

Unser neuer Generator für Influencerverträge unterstützt Sie die rechtlichen Stolperfallen zu vermeiden und rechtssichere Influencerverträge zu erstellen.

Mit individuellen Optionen und Möglichkeit eigener Erweiterungen können Sie Regelungen zu Leistungspflichten, Werbekennzeichnung, Rechteübergang, Vergütung, Verhaltenspflichten, Verschwiegenheit, Datenschutz und Vertragsstrafen treffen und so Risiken vermeiden.

Unser Generator und die folgende Anleitung zu dessen Bedienung unterstützen Sie dabei, in dem sie Ihnen die typischen Streitpunkte aufzeigen und Klauseln zu deren Abwendung bereithalten.

Hinweis: Der Influencervertrag kann sowohl speziell für Deutschland als auch für Österreich und die Schweiz erstellt werden.

Vorab: Tipps bei Fragen

Falls Sie Fragen haben, empfehle ich Ihnen einen Blick in die Erläuterungen, die Sie bei den einzelnen Modulen finden. Dort erhalten Sie Hinweise, Anleitungen und Tipps zu den jeweiligen Modulen.

1. Premiumbereich für Kunden

Der Premiumbereich steht Geschäftskunden zur Verfügung, die einen Lizenzschlüssel für einen Influencervertrag erworben haben. Sie können dort die gespeicherte Vereinbarung zwecks Bearbeitung laden (Anleitung) oder auswählen, ob Sie die Vereinbarung mit oder ohne unser unserer Siegel nutzen möchten.

Wenn Sie darüber hinaus rechtliche Fragen und Wünsche haben, erstelle ich Ihnen gerne ein Angebot für eine persönliche Beratung.

Ferner können Sie auch die Speicherfunktion zur künftigen Bearbeitung Ihrer Hinweise nutzen (Anleitung).

2. Schnellauswahl Ihrer Module

Die von unserem Generator erstellten Rechtsdokumente werden aus einer Vielzahl von Modulen zusammengestellt. In der Schnellauswahl können Sie die wichtigsten Module und Optionen schnell auswählen.

Wir haben für Sie bereits Module vorausgewählt, die nach unserer Erfahrung am häufigsten gewählt werden und deren Auswahl für die meisten Nutzer*innen zu empfehlen ist.

Nach der Schnellauswahl können Sie im zweiten Schritt die Angaben zur Person oder Unternehmen eingeben. Ferner können Sie Ihre Schnellauswahl noch verfeinern.

2. Schritt 2: Individualisierung und Feinauswahl

Präambel

Eine Präambel ist rechtlich nicht unbedingt erforderlich, bietet jedoch Vorteile. Die in einer Präambel getroffenen Aussagen, werden bei der Auslegung des Vertrages berücksichtigt. Bei Influencer-Verträgen ist an dieser Stelle vor allem die Beschreibung des Images des Influencer relevant. Sollte der Influencer von dieser Beschreibung nachträglich abweichen, dann ist es einfacher ihn oder sie z.B. zu kündigen. Daher empfiehlt es sich die Vorzüge der Influencer durchaus noch ausführlicher und in positiven Tönen hervorzuheben, z.B.:

“Der Influencer ist eine in den sozialen Medien des Internets bekannte Person, die für ihre Authentizität, ihre positive Ausstrahlung und ihre hohe Werbewirksamkeit bekannt ist. Der Influencer wird bei der Zielgruppe der 15-20 jährigen Schüler und Studenten als sportlich, vorbildlich, smart, politisch neutral, ohne Bezug zu Alkohol, Zigaretten und anderen Drogen sowie sozial engagiert wahrgenommen. “

Begrifflichkeiten und Definitionen

Es empfiehlt sich häufiger verwendete Begriffe zu Beginn zu definieren, um so im Laufe des weiteren Textes Wiederholungen zu vermeiden.

Angaben zur Kampagne

Wird ein Influencer im Rahmen oder für eine konkrete Kampagne beauftragt, dann sollte diese angegeben, bzw. umschrieben werden. Kommt es im Laufe der Vertragsdurchführung z.B. zu Unklarheiten, ob die Leistung eines Influencers den vertraglichen Anforderungen entsprach, dann wird dies anhand der Anforderungen der Kampagne beurteilt.

Angaben zum Kunden

Dieses Modul ist für Agenturen relevant, die Influencer für deren Kunden beauftragen. In diesem Fall sollte der Kunde angegeben werden, da der Influencervertrag häufiger auf den Kunden Bezug nimmt und ihm Vorteile gewährt (z.B. bei der Einräumung von Rechten oder Geheimhaltungspflichten). Dadurch wird der Kunde direkt aus dem Vertrag begünstigt (sog. “Vertrag zugunsten Dritter”). Wird der Kunde nicht angegeben, kann er seine Rechte nur noch mittelbar über den Auftraggeber geltend machen (z.B. Haftungsansprüche gegenüber dem Auftraggeber, der sie wiederum gegenüber dem Influencer geltend machen muss).

Arten der zu erbringenden Leistungen

Die Angaben der Arten verschaffen den Vertragspartnern eine Übersicht und helfen Unklarheiten zu vermeiden (z. B. ob Eventauftritte mit zu einer Beauftragung gehören).

Arten der im Rahmen der Beauftragung einbezogenen Plattformen

Die Angaben der einbezogenen Plattformen und Netzwerke helfen, falls im Laufe der Vertragsdurchführung Unklarheiten in dieser Hinsicht bestehen sollten.

Vereinbarte Termin(e)/ Zeiträume

Die Angabe eines festen Termins, bzw. mehrerer Termine kommt vor allem dann in Frage, wenn eine einzelne Leistung (z. B. einzelnes Posting oder eine Eventteilnahme als Leistung erbracht werden). Ansonsten kann auch ein Zeitraum, z.B. “Januar 2022 bis Juni 2024” angegeben werden.

Ort der Leistungserbringung

Falls die Leistungen an einem bestimmten Ort zu erbringen sind (z.B. bei einem Fotoshooting), dann sollte der Ort (bzw. die Orte) angegeben werden.

Zu nennende Begrifflichkeiten

Sollen von dem Influencer bestimmte Begrifflichkeiten im Rahmen der Beiträge, wie z.B. Kampagnenclaims, Funktionsbeschreibungen oder Produktnamen untergebracht werden?

Begriffe, Ausdrücke, Unternehmens- oder Produktnamen, die nicht genannt werden dürfen

Wenn der Influencer bestimmte Begrifflichkeiten vermeiden sollte, dann ist es zwecks Haftungsvermeidung zu empfehlen, diese Begriffe zu nennen. Das können z.B. gesetzliche Verbote sein (insbesondere nach der Healthclaim-Verordnung “gesund” oder “Detox” bei nichtmedizinischen Getränken). Ferner kann auch die Benutzung von Namen von Mitbewerbern oder deren Produkten untersagt werden.

Hashtags

Die Vorgabe von Hashtags hilft Unklarheiten und damit im Laufe der Vertragsdurchführung Streitigkeiten, ob und welche Hashtags hätten wie genannt werden sollen, zu vermeiden.

Accountnamen und Mentions

Vor allem um Schreibfehler und Unklarheiten zu vermeiden, ist es zu empfehlen die zu nennenden, bzw. zu erwähnenden Accounts (z.B. des Auftraggebers) im Vertrag aufzunehmen.

Zu verwendende Webadressen/ Links

Bei Links empfiehlt es sich klare Vorgaben zu machen, soweit die Links bekannt sind. Alternativ kann z.B. auf “Nutzung von Links entsprechend den jeweiligen Briefings.” o.ä. verwiesen werden.

Zu verwendende Webadressen/ Links

Bitte geben Sie die zu verwendenden Webadressen (URLs) ein:

Detailangaben zu den vereinbarten Leistungen

Influencerleistungen können sehr individuell und detailreich vorgegeben werden. Daher können Sie zusätzlich zu den gestellten Eingabemöglichkeiten, im Rahmen dieses Moduls eigene Leistungsbeschreibungen aufnehmen.

Detailangaben zum den vereinbarten Leistungen

Z.B. “Veröffentlichung von 5 Instagram-Beiträgen, jeweils am 10.01, 20.01, 30.01, 05.02, 10.02, jeweils um 17 Uhr in denen das Kampagnen-Produkt im Rahmen seiner bestimmungsgemäßen Verwendung vorgestellt wird.”
oder “Es wird auf die Leistungsbeschreibung im Briefing vom 25.02.202X verwiesen”

Allgemeine Leistungs- und Pflichtenbeschreibung

Die allgemeine Leistungen und Pflichten sind unabhängig von der konkret vereinbarten Leistung typischerweise bei allen Verträgen zu beachten. Dazu gehören insbesondere Verbote die zu bewerbenden Produkte oder Unternehmen in Verbindung mit Alkohol, Tabak oder anderen abträglichen Inhalten zu bringen, auf Gesetze und Plattform-AGB sowie Rechte Dritter Rücksicht zu nehmen oder Reports zu erstellen. Den Auftraggeber treffen wiederum Mitwirkungspflichten, was z.B. Materialgestellung oder Informationen angeht.

Rücksichtnahmepflicht

Influencer werden wegen ihres Images, d.h. einer bestimmten Außenwirkung engagiert. Fallen Influencer dann im Laufe einer Kampagne durch negatives öffentliches Verhalten oder Aussagen auf, dann kann dies nicht nur der Kampagne sogar direkt dem Ansehen eines Unternehmens oder Produkts schaden. Wichtig ist dabei, dass Sie Influencern nicht bestimmte politische oder weltliche Ansichten verbieten. Da Influencer jedoch Unternehmer sind, müssen sie mit vertraglichen Konsequenzen leben, wenn sie z.B. ohne Rücksicht auf Belange des Auftraggebers z.B. gesellschaftlich oder politisch fragwürdige Ansichten kundtun.

Kennzeichnung von kommerziellen Inhalten

Auf vertraglichen Kooperationen beruhende Postings werden stets einen kommerziellen Hintergrund haben und müssen als „Werbung“ oder „Anzeige“ schon am Anfang von Beiträgen, in Bildbeschreibungen und dauerhaft eingebettet in Videos platziert werden. Das gilt auch für Aufnahmen von Events oder Postings in denen der Auftraggeber erwähnt ist und sonst auftaucht, auch wenn diese nicht direkt entlohnt wurden.

Es sollte unbedingt vereinbart werden, dass Influencer werbende Beiträge (was der Regelfall bei einer Beauftragung sein wird), entsprechend den gesetzlichen Vorgaben deutlich zu kennzeichnen. Dazu ist es auch zu empfehlen, die zu verwendenden Begriffe, wie “Werbung” oder “Anzeige” vorzugeben. Die Drohung mit dem Ausfall der Vergütung erzeugt zudem einen gewissen Druck, der die Einhaltung der Vorgaben absichert.

Prüfung und Freigabe

Es gehört zum guten Ton, dass Beiträge, die Influencer veröffentlichen sollen, zuvor geprüft und abgenommen werden. Das ist bereits dem Umstand geschuldet, dass Unternehmen für Rechtsfehler beauftragter Personen, die zu ihren Gunsten handeln auch dann haften, wenn sich die Unternehmen selbst nichts zu Schulden haben kommen lassen (sog. “Beauftragtenhaftung”). Die Fristen zur Abnahme und Prüfung sind mit 24 h und 48 h vorausgewählt, können jedoch nach Bedarf angepasst werden.

Einräumung von Rechten

Zu den größten Streitpunkten von Influencerkampagnen gehören die Rechte an dem erstellten Content. Als Urheber sind hier die Influencer im Vorteil, da alle Zweifel an den Nutzungsrechten zu Lasten des Auftraggebers gehen.
Wollen Agenturen und Unternehmen Rechte, an den von Influencern erstellten Inhalten erhalten, dann müssen sie diese Rechte explizit festlegen. Dabei müssen sie jedoch bedenken, dass es nicht nur ein „Urheberrecht“ gibt. Wer sich z. B. das „Recht, ein Bild zu Reposten“ einräumt, der hat noch kein Recht, das Bild auf einer Webseite oder in einer Unternehmensbroschüre zu kopieren oder es sogar zu bearbeiten.

Um hier Unklarheiten zu umgehen, arbeiten Unternehmen häufig mit „Buy-Out“-Klauseln, mit denen sie sich alle exklusiven Rechte an den von Influencern erstellten Inhalten einräumen lassen. Die Influencer erhalten dann so viele Rechte an dem Content, wie nötig sind, damit sie die Inhalte weiterhin auf deren Kanälen belassen können. Allerdings lassen sich nicht alle Influencer auf derartige Buy-Out-Klauseln ein oder verlangen eine höhere Entlohnung. Daher läuft es auch in den meisten Fällen darauf hinaus, dass wie schon die Leistungen, auch die Nutzungsrechte en Detail definiert werden müssen.

Unbekannte Nutzungsarten

Unbekannte Nutzungsarten sind solche, die im Zeitpunkt der Vereinbarung noch unbakennt sind, wie z.B. das Internet es früher war oder noch nicht bekannte Arten der erweiterten Wirklichkeit (“Augmented Reality”) es im Hinblick auf die Zukunft sein könnten.

Von der Rechteeinräumung umfasste Zwecke

Der erstellte Vertrag ist so gestaltet, dass zumindest die für die Durchführung des Vertrages erforderliche Rechte eingeräumt oder (soweit rechtlich möglich) übertragen werden. Dennoch ist es aus Gründen der Rechtssicherheit zu empfehlen die genauen Zwecke zu benennen, vor allem, wenn sie untypisch für den Vertrag sind (z. B. Veröffentlichung der Inhalte unter Creative Commons Lizenzen oder Nutzung im Fernsehen).

Verwendung im internen Netzwerk (Intranet)

Ein internes Netzwerk kann auch über das Internet bereitgestellt werden, z.B. wenn der Zugang zu den Aufnahmen nur mit einem Passwort für die Mitarbeiter eines Unternehmens oder sonstiger Organisation zugänglich ist.

Löschung von Beiträgen und Inhalten

Nach Ende der Vertragslaufzeit kann es zu Schwierigkeiten kommen, wenn z.B. der Auftraggeber die Löschung der Beiträge verlangt, weil z.B. ein Produkt vom Markt genommen oder die Influencer einen Imagewandel durchmachen. Daher sollten klare Regeln für den Umgang mit veröffentlichten Beiträgen nach Ende der Vertragslaufzeit bestehen.

Vergütung und Zahlung

Die Regelung der Vergütung bereitet in der Praxis eher selten Schwierigkeiten. Das zumindest rechtlich, da im Hinblick auf die Höhe beide Vertragsparteien schon von sich aus genau hinschauen.
Die Art der Vergütung ist ebenfalls sehr flexibel und es können individuelle Bezahlung pro Posting, pauschale Sätze pro Posting oder Kampagne sowie sogar erfolgsabhängige Vergütungen vereinbart werden. Sollen vor allem Reisen unternommen werden, sollten Vereinbarungen zum Aufwandsersatz, d. h. Kilometerpauschalen oder die erstattungsfähigen Klassen bei Bahn- oder Flugreisen vereinbart werden.

Es sollte jedoch vereinbart werden, wann Rechnungen zu stellen und innerhalb welchen Zeitraums sie zu begleichen sind. Denn beides wird häufig von der einen oder der anderen Vertragspartei vergessen.
Ferner sollten Auftraggeber bedenken, dass Influencer als Künstler im Sinne der Künstlersozialkasse klassifiziert werden, so dass eine zusätzliche Abgabe in Höhe von rund 5 % anfällt.

Gewährleistung, Freistellung und Haftung

Auftraggeber haften für den von Influencern veröffentlichten Inhalten und erst recht, wenn sie Beiträge selbst teilen. Daher sollten sich Agenturen und Unternehmen von Influencern immer zusichern lassen, dass fremde Urheber, Marken- und Persönlichkeitsrechte sowie Regeln des fairen Wettbewerbs (zu denen die Kennzeichnungsfristen gehören) beachtet werden.
Vertragliche Regeln schützen Auftraggeber jedoch nicht vor Abmahnungen durch Mitbewerber sowie Verbraucher- oder Wettbewerbsschützer. Sie geben den Auftraggebern nur das Recht von den Influencern Ersatz der ihnen durch etwaige Abmahnungen entstandenen Kosten zu verlangen (sogenannte „Freistellung“).
Im Hinblick auf die Haftung, dient der Haftungsausschluss nicht dem Ausschluss der Gewährleistung für die Hauptpflichten (d.h. der Auftraggeber kann nicht die Haftung für die Zahlung und der Influencer nicht die Haftung für seine Leistungen ausschließen).

Angaben zum Beginn des Vertragsverhältnisses

Eine Angabe des Startpunkts der Vertragsbeziehung ist zu empfehlen, auch wenn der Vertrag ohne Angaben im Zweifel mit seiner Unterschrift beginnt.

Außerordentliche Kündigung

Was gesetzlich immer möglich ist, sind außerordentliche Kündigungen. Diese kommen dann in Frage, wenn Influencer sich derart vertragswidrig verhalten oder der Bestand des Vertrages von äußeren Umständen gemacht wird oder eine Fortsetzung des Vertrages den Kunden nicht mehr zugemutet werden kann. Das ist immer einzelfallabhängig und sollte mit einer Abmahnung der Influencer verbunden werden („Falls Sie die Liefertermine erneut versäumen, dann müssen wir…“).

Abmahnung vor Kündigung

Bitte bedenken Sie, dass diese Klausel der gesetzlichen Regelung entspricht und generell einer außerordentlichen Kündigung eine Abmahnung vorangehen sollte.

Hinderungsgründe und Stornierungen

Verträge dürfen nicht einseitig aufgelöst werden. Möchte sich ein Auftraggeber daher neben den üblichen Kündigungsfristen ein Stornorecht vorbehalten, dann muss es ausdrücklich festgelegt werden.
Stornoregelungen sind insbesondere im Hinblick auf Events zu empfehlen, falls diese z. B. kurzfristig abgesagt werden. In diesem Fall kann z. B. die Erstattung gebuchter Reisekosten und ein Pauschalbetrag für den Aufwand, bzw. geblockte Zeit vereinbart werden.

Vertraulichkeit und Geheimhaltung

Es sollte ausdrücklich vereinbart werden, dass die Interna der Vertragsbeziehung, also Regelungen im Vertrag, Informationen zu Kampagnen des Auftraggebers oder Finanzangelegenheiten nicht nach außen gelangen dürfen.
Die Vertraulichkeitsverpflichtung kann durch eine Vertragsstrafenverpflichtung für den Fall des Verstoßes ergänzt werden. Vertragsstrafen in Höhe von typischerweise 5.000 bis 10.000 Euro werden zwar sehr selten geltend gemacht, aber alleine ihre Existenz sorgt für die Einhaltung der Vertraulichkeit. Ferner müssen die einzelnen Geheimhaltungsobjekte möglichst genau bezeichnet werden, weswegen sie in der Klausel umfangreich aufgeführt werden.

Geltung der Vertraulichkeitsverpflichtung nach Vertragsende

Dieses Modul soll neben des Hinweises, dass die Schutzpflichten auch nach Ende der Vetragsbeziehung fortgelten sicherstellen, dass der Geschäftspartner aufgrund seiner Vertraulichkeitsverpflichtung nicht praktisch einem Wettbewerbsverbot unterworfen wird. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass die gesamte Klausel wegen Unangemessenheit unwirksam wäre.

Datenschutzhinweise

Die Datenschutzhinweise sind obligatorisch, da Influencer natürliche Personen sind, die über die Verarbeitung ihrer Daten belehrt werden müssen. Allerdings sind die im Generator verwendeten Klauseln so formuliert, dass sie für den Fall, dass der Auftraggeber eine natürliche Person ist, auch eine entsprechende Belehrung durch die Influencer beinhalten.

Kundenschutz und Wettbewerbsschutz

Mit Hilfe von Wettbewerbsklauseln können sich Auftraggeber der Exklusivität der Beauftragung von Influencern versichern und ihnen die Kooperation mit Mitbewerbern untersagen. Ebenso können Agenturen vereinbaren, dass Influencer nicht direkt an die Agenturkunden herantreten und mit diesen Verträge abschließen dürfen.
Allerdings dürfen Wettbewerbsklauseln nicht zu einer Knebelung der Influencer führen und sollten auf die Dauer einer Kampagne oder einer laufenden Vertragsbeziehung beschränkt werden. Der maximale Zeitraum sollte zwei Jahre nicht überschreiten. Darüber hinaus kann eine Exklusivität mit finanziellen Zuwendungen ausgeglichen werden, um vertraglich als fair zu gelten.

Unternehmereigenschaft

Bei der Beauftragung von Influencern, die nur für einen Kunden tätig sind, besteht stets das Risiko, dass eine Scheinselbständigkeit vermieden wird. Denn in diesem Fall werden die Influencer wie Arbeitnehmer behandelt, was wiederum eine Pflicht zur Nachzahlung von Sozialabgaben mit sich bringen kann. Vertragliche Regelungen können eine Scheinselbständigkeit zwar nicht verhindern, aber deren Eintritt erschweren. Daher sollte klargestellt werden, dass ein Arbeitsverhältnis nicht beabsichtigt wird und die Influencer in der Gestaltung der Leistungserbringung im Hinblick auf Ort, Zeit und Art frei sind (außer diese Angaben wurden, wie es auch bei Selbständigen möglich ist, auftragsbezogen vereinbart, z.B. bei Fotoshootings zu bestimmen Zeit, am bestimmten Ort).

Vertragsstrafenvereinbarung

Die Vereinbarung einer Vertragsstrafe hat den Vorteil, dass kein konkreter Schaden nachgewiesen werden muss. In der Praxis hat sie vor allem eine abschreckende Wirkung und zwingt die Vertragspartner zu höherer Vorsicht.

Eine Vertragsstrafe sollte vor allem dann vereinbart werden, wenn ein besonders hohes Risiko eines Verstoßes gegen den Schutz von Geschäftsgeheimnissen oder anderen vertraulichen Informationen besteht. Auch, wenn z.B. ein Datenschutzverstoß seitens des Geschäftspartners erfolgen sollte, wird eine Vertragsstrafenvereinbarung positiv zu Ihren Gunsten ausgelegt.

Um wirksam zu sein, müssen Vertragsstrafen jedoch die folgenden Voraussetzungen erfüllen.

  1. Transparenz – die Voraussetzungen müssen klar, Verstöße erkennbar und vermeidbar sein.
  2. Der Höhe nach angemessen – die Höhe der Vertragsstrafe ist anhand des Risikos, der Eintrittswahrscheinlichkeit, möglicher Schäden und des Grades des Verschuldens des Vertragsstrafenschuldners zu bestimmen.
  3. Verschuldensabhängig – eine Vertragsstrafe ohne Verschulden, würde bedeuten dass der Vertragsstrafenschuldner auch für eine zufällige Offenbarung von vertraulichen Informationen verantwortlich wäre. Eine derartige Garantiehaftung ist grundsätzlich unwirksam und sollte in Spezialfällen gesondert als eine Individualabrede vereinbart werden.

Um diese Voraussetzungen zu erfüllen und nicht zu riskieren, dass die Vertragsstrafe insgesamt als unzulässig beurteilt wird, ist sie in mehrere Stufen unterteilt.

Sie können z.B. eine Vertragsstrafe vorab festlegen, z.B. 10.000 Euro. Sollte ein Gericht diese Vertragsstrafe für unangemessen halten, dann wird immer noch die allgemeine Regelung für die Festlegung von Vertragsstrafen greifen.

Eine feste Vertragsstrafe festzulegen hat den Vorteil, dass ein Vertragsstrafenschuldner zwei Hindernisse argumentativ zu nehmen hat. Zum einen warum z.B. 10.000 Euro nicht angemessen ist und zum anderen, warum die von Ihnen sonst festgelegte Strafe nicht angemessen ist.

Keine festgelegte Vertragsstrafe, wird im Einzelfall bestimmt

Eine betragsmäßige Vertragsstrafe kann abschreckend wirken. Daher ist es auch möglich, dass Sie keinen festen Betrag festlegen, sondern die Vertragsstrafe im Einzelfall anhand der Umstände zu bestimmen.

  • 1.000 Euro – 1.000 Euro ist ein untypischer Betrag für eine Vertragsstrafe, der eher eine symbolische Wirkung hat.
  • 2.500 Euro – 2.500 Euro ist ein untypischer Betrag für eine Vertragsstrafe, der eher eine symbolische Wirkung hat.
  • 5.000 Euro – 5.000 Euro ist ein Betrag, der gegenüber “kleineren” Geschäftspartnern oder Dienstleistern festgelegt wird (z.B. gegenüber freiberuflichen Hilfskräften).
  • 10.000 Euro – 10.000 Euro ist ein typischer Betrag, der gegenüber Geschäftspartnern oder Dienstleistern festgelegt wird.
  • 20.000 Euro – 20.000 Euro ist ein hoher Betrag, der in Fällen festgelegt werden sollte, in denen die Möglichkeit der Verletzung höherwertiger Geschäftsgeheimnisse droht und die Nachteile typischerweise die Höhe von 20.000 Euro erreichen könnten.
  • 50.000 Euro – 50.000 Euro ist ein hoher Betrag, der in Fällen festgelegt werden sollte, in denen die Möglichkeit der Verletzung höherwertiger Geschäftsgeheimnisse droht und die Nachteile typischerweise die Höhe von 50.000 Euro erreichen könnten.

Schlussbestimmungen

Schlussbestimmungen beinhalten generelle Regelungen, die den Vertrag betreffen, aber selbst keine Pflichten sind, sondern eher der Vertragsgestaltung dienen. Dazu gehören Regelungen zum geltenden Recht, Gerichtsstandort, Ausschluss der Geltung von AGB der Vertragsparteien oder Verbote die Rechte aus dem Vertrag an Dritte abzutreten.

Salvatorische Klausel

Wenn Verträge auch nur in Teilen unwirksam sind, dann sind sie grundsätzlich ganz unwirksam (z. B. § 139 BGB-DE). Es sei denn, man darf mutmaßen, dass die Vertragsparteien die Verträge zumindest in Teilen aufrechterhalten wollten.

Da bloße Mutmaßungen im Recht jedoch gefährlich sind, soll die so genannte “Salvatorische Klausel” regeln, dass im Fall, dass Teile dieses Auftragsverarbeitungsvertrages unwirksam sein sollten, der Auftragsverarbeitungsvertrag dennoch so weit wie möglich fortgelten soll. Dann werden etwaige Vertragslücken entsprechend dem mutmaßlichen Willen der Vertragsparteien ausgelegt.

Unterschriftsfelder

Eine Unterschrift ist nur dann notwendig, wenn der Influencervertrag in Papierform vorliegt (auch wenn der Vertrag als Scan zum Ausdrucken unterschrieben verschickt wird) und unterschrieben werden soll – was der Regelfall sein dürfte.

Erlaubt wäre aber auch eine Bestätigung per E-Mail oder eine protokollierte Bestätigung, z.B. per Schaltfläche auf einer Webseite im unternehmensinternen Intranet.